Apriori-Hypothesen, was sind deren Vorteile?Apriori bedeutet schlichtweg "von vorneherein", aus Früherem oder einfach "aus dem, was vorher war". Man hat Hypothesen deduktiv aus der Theorie abgeleitet, diese nachvollziehbar und dementsprechend auch nachprüfbar abgelegt. Idealerweise öffentlich, z.B. in einem Studienregister. So kann man nicht im nachhinein behaupten, man habe, da die Studie das Ursprungsziel verfehlt habe, nun etwas ganz anderes belegt. Wenn man Apriori-Hypothesen hat, vermeidet man folgende Gedankengänge, die im übrigen auch die Zielgruppe Ihrer Ergebnisse anstellt, mit Blick auf die Frage der Übertragbarkeit: War Ihre Studie vielleicht eine Fishing Expedition? Fischen im lokalen und selektiven Teich ohne Chance auf Replikation oder Übertragbarkeit? Haben Sie ein P-Hacking oder gar HARKing gemacht (ein Hypothesizing After the Results are Known)? Umgekehrt strukturieren Apriori-Hypothesen den Forschungsprozess (sie halten das Signifikanzniveau, d.h. das Risiko für Fehl-Alarme). Sie vermeiden riskante Biases (Bestätigungsfehler). Man erhält eine insgesamt stärkere statistische Aussagekraft. Apriori-Hypothesen erleichtern die Replikation. Man kann eine Apriori-Poweranalyse machen und die nötigen Fallzahlen für den Nachweis präzise schätzen. Man kann letztlich eine Theorie strenger und nachvollziehbarer prüfen. Man kann die Chancen auf Akzeptanz seitens kritischer Adressaten erhöhen. Man erhöht damit letztlich die Chancen auf Übertragbarkeit der Ergebnisse auf unbekannte Kollektive. Fazit: A-priori-Hypothesen steigern die Qualität Studien, sie machen Forschung konfirmatorisch. Die Objektivität (Untersucher-Unabhgängigkeit), die Reliabilität (Chance auf Replikation) und Validität (Übertragbarkeit auf unbekannte Kollektive) Ihrer Studie steigt. Wenn man einen Nachweis führen möchte (rein technisch), dann macht man genau das: Man schaut, ob Ergebnisse, die nachweislich nach Geburt einer Fragestellung gesammelt wurden, diese auch beantworten oder ob einfach nur die Nullhypothese beizubehalten ist. |